Von der historischen Handelsbörse zur Spitze der modernen Kongresswelt: In der Beurs van Berlage dreht sich alles um die richtigen Verbindungen. Das beginnt mit einem Team, das die Welt widerspiegelt, die bei uns zu Gast ist. Wir glauben, dass eine Vielfalt an Hintergründen und Fähigkeiten uns schärfer, kreativer und gastfreundlicher macht. Das gilt für alle Abteilungen – vom Front Office bis zum Managementteam. Inzwischen sind fünf der acht Mitglieder des Managementteams Frauen. Das ist kein Ziel an sich, sondern das Ergebnis einer Kultur, in der Talent und Persönlichkeit im Mittelpunkt stehen.

Anlässlich des Internationalen Frauentags stellen wir Lydia Baloe in den Mittelpunkt. Lydia begann ihre Karriere in der Beurs als Hospitality Managerin und kehrte nach verschiedenen Interim-Managementpositionen in der Hospitality-Branche in ihrer heutigen Rolle als Operative Direktorin zurück. Seit mehr als zwei Jahren leitet sie die gesamte operative Abteilung.

Du hast eine beeindruckende Karriere im operativen Management und in der Hospitality-Branche aufgebaut. Was hat dich ursprünglich an dieser Welt fasziniert? 

‘Während meines Studiums Media & Entertainment Management hatte ich bereits eine große Leidenschaft für das Organisieren. Schnell umschalten, Entscheidungen treffen und die tägliche Dynamik sorgen dafür, dass kein Tag in der Eventbranche dem anderen gleicht. Vor allem aber motiviert mich die Zusammenarbeit im Team. Wirklich gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen auf ein Ziel hinzuarbeiten: eine Veranstaltung zu realisieren, die dem Auftraggeber und den Gästen in Erinnerung bleibt.’

Wenn du auf deine Karriere zurückblickst: Gab es Momente, in denen dein Frausein deine Laufbahn beeinflusst hat – positiv oder negativ?

‘Wenn ich ehrlich bin, habe ich das eher als Mutter als als Frau erlebt. Ich komme aus einer traditionellen Familie, in der meine Mutter zu Hause blieb, um sich um die Kinder zu kümmern. Lange Zeit dachte ich, mein Leben würde ähnlich verlaufen. Doch indem ich Chancen erkannt und ergriffen habe, konnte ich meine eigene Karriere aufbauen.

Oft wurde ich gefragt, ob ich meine Kinder überhaupt noch sehe. Zum Glück ziehe ich unsere Kinder nicht allein groß. Zu Hause steht unser Fundament sehr stabil, und wir hatten immer eine gute Liste mit tollen Babysittern.’

Die Stärke des Zuhörens, Einfühlens und Verbindens ist unverzichtbar.

– Lydia Baloe, Operative Direktorin

Welche Vorurteile oder Missverständnisse über Frauen im Management und in Operations begegnen dir heute noch? Und wie gehst du in deiner Rolle als Operative Direktorin damit um?

‘Als Vorstandsmitglied des Branchenverbands CLC Vecta und Mitglied der Dutch Venue Association sehe ich glücklicherweise immer mehr Frauen in der Branche. Das ist eine sehr positive Entwicklung. Gerade die Fähigkeiten zuzuhören, sich einzufühlen und Menschen zu verbinden sind in einer operativen Abteilung unverzichtbar. Diese Werte gebe ich auch an mein Team weiter – nicht nur durch meine Position, sondern auch durch mein Vorbild in der Zusammenarbeit, durch das Übertragen von Verantwortung und indem Fehler erlaubt sind, damit Kolleginnen und Kollegen wachsen können.’

Was möchtest du der nächsten Generation von Frauen in Führungspositionen am Internationalen Frauentag mitgeben?

‘Bleib immer du selbst. Jede Entscheidung, die du triffst, solltest du treffen, weil du wirklich dahinterstehst. Hast du etwas noch nie gemacht? Dann zieh dich nicht zurück, sondern hole dir Rat von Menschen, die Erfahrung damit haben.

Gehe bewusst mit deiner Zeit um. Wenn du Kinder hast, lege Laptop und Telefon beiseite, wenn du mit ihnen zusammen bist. Sei wirklich präsent. Und sorge für einen guten Babysitter!’