Jedes Jahr wählt die Beurs van Berlage ein soziales Projekt aus, das sie aktiv unterstützt. Im Jahr 2026 engagieren wir uns für die ItsME Foundation, eine Organisation, die sich der Forschung zu Enzephalitis und Meningitis widmet. Die Entscheidung für dieses Anliegen hat uns in diesem Jahr besonders berührt und einen sehr persönlichen Bezug. Unsere Kollegin Kaitlyn verlor 2024 ihre beste Freundin Suus an den Folgen einer Meningitis. Suus wurde nur 17 Jahre alt. In diesem Interview teilt Kaitlyn ihre persönliche Geschichte und erinnert an Suus.

Vielen Dank, dass Sie Ihre Geschichte mit uns teilen, Kaitlyn. Zum Einstieg: Können Sie sich kurz vorstellen? Was machen Sie bei der Beurs van Berlage und wie sind Sie dorthin gekommen?

‘Ich bin Kaitlyn van Dongeren und 19 Jahre alt. Zur Beurs van Berlage bin ich gekommen, weil ich auf der Suche nach einem Praktikumsplatz für meine Ausbildung war und es sehr spannend fand, mein Praktikum hier zu absolvieren.

Ich mache ein Rotationspraktikum. Das bedeutet, dass ich jeden Monat in einer anderen Abteilung tätig bin und mein Praktikum bei den Eventmanagern abschließen werde. Auf diese Weise bekomme ich einen sehr guten Einblick darin, wie die verschiedenen Bereiche innerhalb der Beurs van Berlage zusammenarbeiten und funktionieren.’

Sie haben die ItsME Foundation als unseren Social Impact Partner für 2026 vorgeschlagen. Wann und warum dachten Sie: Das müssen wir unbedingt machen?

‘Zu Beginn meines Praktikums gab es eine Mitarbeiterversammlung, bei der uns mitgeteilt wurde, dass die Beurs van Berlage auf der Suche nach einer neuen Organisation ist, die sie unterstützen möchte. Sofort musste ich an Suus denken und daran, dass es bis heute ein Rätsel ist, wie ihre Krankheit so schwerwiegend werden konnte.

Dadurch wurde mir bewusst, wie wichtig weitere Forschung auf diesem Gebiet ist und dass dafür entsprechende finanzielle Mittel benötigt werden. Ich habe mich daraufhin über verschiedene Organisationen informiert und mich schließlich dafür entschieden, die ItsME Foundation vorzuschlagen.’

Sie haben Suus im Jahr 2024 verloren. Wer war Suus für Sie, und was haben Sie an ihr am meisten geschätzt?

‘Suus ist meine beste Freundin – eigentlich eher wie eine Schwester für mich. Das Schönste an ihr war ihr unglaublicher Humor und die Tatsache, dass sie immer die besten Ideen für spontane Unternehmungen hatte. Sie war stets positiv eingestellt und sah in jedem Menschen das Gute – ganz egal, wer diese Person war.’

Viele Menschen wissen, dass Meningitis gefährlich ist, haben aber oft keine genaue Vorstellung davon, was diese Krankheit tatsächlich bedeutet. Was haben Sie durch Suus erlebt oder gelernt, das Ihnen vorher nicht bewusst war?

‘Bei Suus begann alles mit einem fleischfressenden Bakterium, das über eine Wunde an ihrem Knie in ihren Blutkreislauf gelangte und schließlich ihr Gehirn erreichte. Sie wurde sehr krank, bekam hohes Fieber und wurde schließlich in ein künstliches Koma versetzt.

Als sie wieder aufwachte, konnte man deutlich sehen, wie sehr die Krankheit sie gezeichnet hatte. Man erkannte sie kaum wieder. Wenn man ihr eine Frage stellte, blickte sie einen zunächst nur an, und erst nach etwa zehn Sekunden kam eine Antwort.

Besonders überrascht hat mich, dass die Krankheit lebenslange Folgen haben kann. Suus entwickelte Epilepsie und litt häufig unter starken Kopfschmerzen, weshalb sie oft nicht an Aktivitäten teilnehmen konnte. Da die Anfälle während des Schlafs auftraten, bemerkten viele Menschen nicht sofort, wie ernst die Situation war. Außerdem versuchte sie gegenüber anderen oft den Eindruck zu vermitteln, dass es ihr gut gehe. Letztlich ist sie an den Folgen eines epileptischen Anfalls verstorben.’

Die beste Freundin in so jungen Jahren zu verlieren, ist unvorstellbar schwer. Umso beeindruckender ist es, wie Sie diese Erfahrung in etwas Positives verwandeln. Wie fühlt es sich für Sie an, dass die Beurs van Berlage dieses Anliegen mit so viel Engagement unterstützt?

‘Es bedeutet mir wirklich sehr viel, dass die Beurs dieses Thema aufgegriffen hat und sich dafür engagieren möchte. Als Praktikantin finde ich es besonders schön zu sehen, dass auf diese Weise Aufmerksamkeit für dieses Thema geschaffen wird und ein echtes Interesse daran besteht, weitere Forschung zu unterstützen.’

Was wünschen Sie sich, dass den Menschen nach dem Lesen von Suus’ Geschichte am meisten in Erinnerung bleibt?

‘Dass dies die Art von Geschichten sind, von denen man normalerweise nur hört oder liest und über die man nicht weiter nachdenkt, weil sie so weit weg erscheinen. Man denkt schnell, dass so etwas einem selbst oder Menschen im eigenen Umfeld niemals passieren könnte.

Bei Suus begann alles mit einer Kleinigkeit: einer Wunde am Knie nach einem Abend mit Freunden, verursacht durch einen Sturz mit dem Fahrrad. Damals wirkte es nicht besonders schlimm – vielleicht sogar eher etwas, worüber man noch lachen konnte. Doch letztendlich war es der Beginn von etwas Verheerendem.

Es zeigt, wie schnell sich alles verändern kann. Suus war eigentlich sehr gesund, sportlich und ging regelmäßig ins Fitnessstudio. Sie stand mitten im Leben. Genau deshalb geht ihre Geschichte so nah und macht deutlich, dass es jeden treffen kann – schneller, als man denkt.’

Was möchten Sie persönlich in diesem Jahr zur Zusammenarbeit mit der Stiftung beitragen?

‘In diesem Jahr werde ich gemeinsam mit meinen Freunden, die Suus ebenfalls gut kannten, am Dam tot Damloop teilnehmen. Wir versuchen, online Spenden zu sammeln, indem wir ihre Geschichte teilen.’